Industriegebiet am AK Oldenburg-Nord - Ein Kommentar - Kaum ein Thema in der Gemeinde Rastede bewegt die Bürger so wie die derzeitige Planung eines Industriegebietes an der B211. Urspünglich wurde im Rat die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes geplant, nun soll nach Wunsch der CDU, FDP und UWG Fraktionen ein Industriegebiet ausgewiesen werden. SPD und B90/Die Grünen distanzieren sich deutlich von diesen Plänen. In einer kürzlich vom Bürgermeister Dieter Decker (CDU) herausgegebenen Bürgerinformation sollen die Interessen der politischen Ratsmehrheit verdeutlicht werden. Neben der Stärkung Rastedes als Wirtschaftstandort, so heisst es, gehe es der Gemeinde insbesondere um die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen vor Ort. Schon bei diesem ersten Argument müssten sich jedem Bürger die Nackenhaare sträuben. Inwiefern schafft ein Betrieb in einem Industriegebiet mehr neue Arbeitsplätze, als ein vergleichbarer Betrieb in einem Gewerbegebiet? Ein weiteres Argument der Befürworter ist die Schaffung eines Standortvorteils, da ein Industriegebiet auch für Firmen interessant sei, die im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten. Auch dieses Argument ist so nicht richtig, da dies auch in einem normalen Gewerbegebiet möglich ist. Firmeninhaber möchten bei ihren Kunden einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und wollen daher gesehen werden, so lautet die Argumentation, um den bestehenden Grünstreifen an der B211 abzuholzen. Für den Einzelhandel, Handwerker, Dienstleister oder dem Baumarkt um die Ecke mag man dies gelten lassen. Unternehmen wie beispielsweise Vierol, Witte oder Büfa legen sicherlich weniger Wert auf ein freies Blickfeld. Betriebe, die in einem "normalen" Gewerbegebiet nicht angesiedelt werden dürfen, weil sie die dort geltenden Emissionsgrenzen für Lärm, Staub und andere Umweltbelastungen nicht einhalten können, bedeuten einen erheblichen Verlust an Wohn- und Lebensqualität in deren Umgebung.
Zu Schaden gekommen ist bereits jetzt das Image der Gemeinde, bwz. der Fraktionen, die die Mehrheit im Rat bilden. Statt verantwortungsvoll mit dem Vertrauen der Bürger umzugehen, deren Interessen hier vertreten werden sollten, wird falsch, unvollständig und irreführend informiert und argumentiert.
Rastede ist ein attraktiver und l(i)ebenswerter Ort mit einer ansprechenden Infrastruktur. Gerade der ländliche Charakter mit den vielfältigen kulturellen und sozialen Angeboten macht diese Gemeinde aus. Das für die Aufrechterhaltung dieser Infrastruktur Gelder benötigt werden ist selbstverständlich. Jedoch lässt sich dies auch - wie bisher - erzielen, ohne dass die Schaffung eines Industriegebietes notwendig wäre.
Am 2. September informieren Ortsverband und Fraktion von B90/Die Grünen ab 20.00 Uhr im Schloßcafé (Oldenburger Str. 230) unter anderem auch über das geplante Industriegebiet. Interessierte BürgerInnen sind willkommen.
Zwischenzeitlich gibt es auch eine Internetseite, auf der die Initiative umfangreiches Informationsmaterial zur Verfügung stellt: http://www.keine-industrie-ak-ol-nord.de Klaus Hamm, Rastede |