Zur Navigation | Zum Inhalt
     
 
Geschrieben von Klaus Hamm   
Montag, 15 September 2008

Erfolg für Industriegebietsgegner – Gemeinde Rastede baut Schilder wieder ab.

Mancher Rasteder mag sich verwundert die Augen gerieben haben: Da standen plötzlich am Freitag morgen riesige Werbetafeln an der B 211 -  mit der Aufschrift: "Hier können Sie sich sehen lassen". Auf diesen weithin sichtbaren Schildern pries die Gemeinde die Flächen des geplanten Industriegebietes bereits zum Verkauf an. Erstaunlich - hat der Rat doch noch gar kein grünes Licht für das Industriegebiet am Autobahnkreuz Oldenburg-Nord gegeben. Die Entscheidung darüber soll erst am 23. September im Rat gefällt werden.
Die Initiative gegen das Industriegebiet reagierte darauf mit einer Pressemitteilung und  und stellte Fragen: Wird hier die Abstimmung des Rates bereits vorweg genommen, indem einfach Fakten geschaffen werden? Welchen Sinn hat eigentlich ein Gremium wie der Gemeinderat, wenn die Verwaltung, völlig losgelöst vom Rat, schaltet und waltet, wie es ihr gerade passt? Oder sollte mit diesem Schild Druck auf mögliche "Wackelkandidaten" bei der Abstimmung am 23.09. ausgeübt werden?
Es dauerte nur Stunden, da waren die Schilder plötzlich wieder verschwunden. CDU-Ratsfrau Susanne Lamers erklärte das mysteriöse Auftauchen und Wieder-Abbauen der Werbetafeln mit einem "Versehen" der Verwaltung. Für Bürgerinitiativen-Sprecherin Martina Muhr stellen sich nach dem Abbau neue Fragen: "Wie konnte die Herstellung der Plakate überhaupt von der Gemeinde in Auftrag gegeben werden, wo doch im Gemeinderat noch gar nicht abschließend über den Bebauungsplan entschieden worden ist?" Außerdem verlangt die Bürgerinitiative Auskunft darüber, was dieser Auf- und Abbau der Schilder den Steuerzahler eigentlich gekostet hat. Unterdessen haben die Industriegebietsgegner weitere Aktionen angekündigt.
Unter anderem werden sie am Mittwoch, dem 17.09. um 16:00 Uhr rund 1.600 Unterschriften an Bürgermeister Decker übergeben. Darin protestieren Rasteder Bürger gegen das geplante Industriegebiet. Sie befürchten Abgase, Lärm und drastisch zunehmenden LKW-Verkehr rund um die Uhr.
 
< zurück   weiter >